Publikationen

In meinen Veröffentlichungen untersuche ich zahlreiche Gegenstände vornehmlich aus einer soziologischen Perspektive. 
Das vollständige Verzeichnis meiner Publikationen können Sie hier aufrufen: Publikationsverzeichnis.

In meinen Schriften setze ich mich grundlegend und kritisch mit der Art und Weise auseinander, wie Menschen in unserer Gesellschaft zu vermeintlich anderen gemacht werden. Wie entsteht Fremdheit, Abweichung und unsere Erwartung von Normalität? Welches Wissen und welche Institutionen spielen dabei eine Rolle?
Mitunter sind eigene Alltagserfahrungen als blinder Mensch Gegenstand meiner Auseinandersetzungen. Ich versuche solche Situationen analytisch zu durchdringen. Dabei ist es weniger das Ziel das Phänomen der Blindheit zu befragen. Es soll vielmehr das Wechselspiel des nicht-sehens mit den (stereotypen) Selbstverständlichkeiten in der Mehrheitsgesellschaft verdeutlicht werden. So ist ein Beitrag zur Aufklärung geleistet, die Emanzipationsbemühungen unterstützt. Hierunter fallen nicht nur Gegenstände wie persönliche oder Arbeitsassistenz, sondern auch ein Umgang mit sogenannten Screenreadern, einem blindenspezifischen Hilfsmittel für die Arbeit am PC.

An dieser Stelle möchte ich die beiden von mir verfassten Bücher hervorheben.

Hören als Praxis

Meine Dissertation erschien 2018 unter dem Titel „Hören als Praxis“. In dieser Studie habe ich Menschen zu ihren alltäglichen Verwendungsweisen von Hörbüchern und anderen Hörformaten befragt. Ziel war es, mehr darüber zu erfahren, wie unterschiedliche Menschen die eigene Sinnlichkeit im Alltag bespielen und welche Erfahrungen sie dabei machen. Ergebnis der Untersuchung ist die differenzierte Beschreibung verschiedener sprachbasierter Hörweisen. Zum Schluss untersuchte ich die eigene wissenschaftliche Arbeit mit der Sprachausgabe als eine weitere Hörweise, und beschrieb sie schließlich als ein Auditives Lesen. Wesentlich für die unterschiedlichen Hörweisen ist die Frage, ob sie auf eine menschliche Stimme zurückgreifen oder ob sie über eine technische Stimmsynthese am Computer funktionieren.

Auditives Lesen mit Sprachausgabe

Im Frühjahr 2024 erschien dann mein zweites Buch zum „Auditiven Lesen“. In dieser Studie habe ich an mein erstes Buch angeknüpft und nun nichtsehende und andere erblindete Menschen nach ihren Hörgewohnheiten und Umgangsweisen mit der Sprachausgabe befragt. Ziel war es, meine Thesen zum Auditiven Lesen, die ich in meiner Doktorarbeit entwickelt habe, anhand weiterer Fälle zu diskutieren und zu belegen. Die vorgelegten Ergebnisse sind nun von Interesse um den Hörsinn – insbesondere auch in den Schulen – zu fördern statt ihn nur als mitzubringende Voraussetzung zu fordern.

Lesen als inneres Hören 

Auch der 2022 preisgekrönte Zeitschriftenartikel „Lesen als inneres Hören“ sticht heraus. In diesem untersuche ich die Praxis der Auswertung von Interviews mithilfe einer Sprachausgabe. Ich entwickele die These, dass wir Forschende in der Art und Weise, wie und was wir erforschen, nicht frei sind von der Prägung durch unsere individuellen Erfahrungsräume. Letztere bilden in unseren vollzogenen Welt- und Selbstverhältnissen eine zu reflektierende Kontur der eigenen Denkbewegungen. Diese Konturierungen lassen sich dann mitunter in den produzierten Erkenntnissen wiederentdecken, transparent und dem fachlichen Austausch zugänglich machen.

Kurzeinfos zum Auditiven Lesen

Schulz, Miklas (2024). Das inklusive Potenntial auditiven Lesens. Überlegungen zur Aneignung der gesprochenen Schrift von Sprachausgaben. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik. Jg 30/Ausgabe 6.
Online unter: https://ojs.szh.ch/zeitschrift/issue/view/135.

Schulz, Miklas (2024). Vorlesen mit Sprachausgabe. Zum Gelingen einer unterrepräsentierten Praxis. In: blind-sehbehindert: Zeitschrift für das Blinden- und Sehbehindertenbildungswesen, 144(2).
Online unter: https://www.wbv.de/shop/blind-sehbehindert-2-2024-BSB2402.